2017.03.27 Café Jakomini im ORF Radio Steiermark

Der ORF Radio Steiermark berichtete in seiner Sendung Kulturzeit am 27.03.2017 über den Start des Projekts Café Jakomini. Der Beitrag wurde gestaltet von Gernot Rath. Die beiden ProjektkuratorInnen Klaus Strobl, Kultur- und Medienarbeiter und Eva Fürstner, Leiterin des MUWA Museum der Wahrnehmung, erzählen darin über die Ziele und Programmschwerpunkte dieses Kultur- und Diskursprojekts über den Bezirk Jakomini. Hier gibt es den Beitrag zum Nachlesen und Nachhören:

Der Grazer Bezirk Jakomini hat rund 35.000 Bewohner und eine Vielfalt an unterschiedlichsten Lebensräumen. Das „Museum der Wahrnehmung“ dort hat nun das Projekt „Cafe Jakomini“ gestartet. Eine für alle Menschen offen stehende Austauschplattform, die Wissenswertes und Spannendes über den Bezirk vermitteln und das Miteinander der Menschen stärken soll. Gernot Rath berichtet:

Das anonyme Leben Nebeneinander ist ein Phänomen unserer Zeit. Ganz besonders in der Stadt, wo die meisten kaum ihre eigene Lebenswelt verlassen und die Gelegenheit nutzen, auch das zu sehen und zu leben, was rundum parallel stattfindet, erzählt Kultur- und Medienarbeiter Klaus Strobl, der gemeinsam mit Eva Fürstner vom Museum der Wahrnehmung das Café Jakomini entwickelt hat:

„Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, wir leben in einer Zeit, wo wir Parallelwelten haben. Das Internet, die „Klick-Gesellschaft“, die „Like-Gesellschaft“,  wo man schnell hinschaut, aber was das Problem dabei ist, ich schaue nicht in die Nähe mehr. Und diese Aufmerksamkeit auf das Unmittelbare, wo ich lebe, wo ich arbeite, wo ich mich befinde, das wollen wir wieder in den Fokus rücken.“

Ob jung ob alt, ob alteingesessen oder frisch zugezogen das Café Jakomini Museum der Wahrnehmung steht allen offen, erzählt Eva Fürstner:

„Man kann es beschreiben als generationenübergreifendes Dialog-/Diskurs-Projekt zu unterschiedlichen Themen, die alle Menschen betreffen hier im Bezirk.“

Bei einer Reihe von Veranstaltungen kann man da allerhand erfahren, welche Institutionen arbeiten und wirken im Bezirk oder so einfache Fragen erörtern, wie „Woher kommt die Milch?“, wo per Webcam sogar ein Kuhstall besucht werden kann oder die Bedeutung der Nachhaltigkeit bei der Lebensmittelproduktion diskutiert wird.

Ein Zeitzeugenprojekt erfasst per Video Erzählungen der langjährigen Bezirksbewohner und -bewohnerinnen. Erinnerungen und Veränderungen werden damit bleibend dokumentiert.

Klaus Strobl: „Jede Stadt ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Jedes Gebäude, das entstanden ist irgendwann einmal, ist sozusagen ein Abdruck, ein gesellschaftlicher sozialer Abdruck der Menschen, die in einer Stadt leben.“

Auch ein Geschichten- und Zeichenwettbewerb in den Schulen, Führungen durch Gärten, Straßen und Hinterhöfe, oder Kunstprojekte sind im Café Jakomini vereint.

Eva Fürstner: „Unser Ziel ist es auch viele Menschen mit diesem Projekt anzusprechen, viele Menschen ins Museum hereinzuholen, aufzuzeigen, was der Bezirk bietet, welche Chancen, Potentiale, Verbesserungsmöglichkeiten und auch die Möglichkeit mitzumachen.“

Sichtbares Zeichen dafür ist auch das Kunstprojekt von Timothy Mark mit dem Titel „Family Tree“, das aus gefundenen Holzstücken eine Baumskulptur entstehen lässt, als Symbol dafür, dass alle Menschen im selben Raum mit ihrem Leben verwurzelt sind. Ob sie das jetzt bewusst wahrnehmen oder nicht. Dafür will das Café Jakomini neue Denk- und Überlegungsräume schaffen.

Der Radiobeitrag zum Nachhören: 

Mit freundlicher Genehmigung durch den ORF Landesstudio Steiermark.

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