2017.04.04::Themen-Diskurs: Ich bin Jakomini

Wer lebt in Jakomini? Wer engagiert sich im Bezirk? Was passiert im Viertel? Welche Stärken hat Jakomini? Wo gibt es Verbesserungspotentiale in der Zusammenarbeit? Unter diesem Motto startete am 04. April der erste Themen-Diskurs mit dem Motto „Ich bin Jakomini“. Vertreter und Vertreterinnen von Initiativen und Institutionen im Bezirk kamen im MUWA Museum der Wahrnehmung zusammen, tauschten ihre Erfahrungen aus und machten sich gemeinsam mit dem Publikum darüber Gedanken, wie aktives Zusammenleben im Bezirk und im Stadtviertel funktionieren könnte.

Ein Ziel des Projekts „Café Jakomini“ ist es, durch Dialog und Austausch auf der lokalen Ebene eine größere Vernetzung im Bezirk herzustellen und zivilgesellschaftliche Ressourcen für ein besseres Zusammenleben zu bündeln. So trafen sich im MUWA Museum der Wahrnehmung beispielhaft und stellvertretend an 5 Stationen die Jugend, die Nachbarschaft, die SeniorInnen, die Polizei und interessierte BewohnerInnen.

Unter der pointierten Moderation von Alfred Haidacher vom Theater im Keller stellten diese ihre unterschiedlichen Arbeitsgebiete und den dabei entstehenden alltäglichen Herausforderungen vor. Im gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustausch wurde gemeinsam über Visionen und mögliche Lösungsansätze für ein Mehr an Miteinander statt Nebeneinander unterschiedlicher Generationen und Milieus im Bezirk diskutiert.

Das Team der Caritas JugendstreetworkerInnen mit der Leiterin Martina Raiser (Bild oben Mitte) definierte ihr Arbeitsfeld als wichtige AnsprechpartnerInnen für Jugendliche auf der Straße. In ihrem „Jugendcafé“ am Jakominiplatz finden die Jugendlichen im geschützten Bereich eine temporäre Aufenthalts- aber auch Ansprechstelle für ihre Anliegen. Seitens der Jugend war auch Martin Rettenbacher, Leiter des Jugendzentrums Dietrichskeusch’n am Dietrichsteinplatz, vertreten und brachte wertvolle Beispiele aus seiner langjährigen Erfahrung in der offenen und niederschwelligen Arbeit mit Jugendlichen.

Als Vertreter der Polizeidienststelle Jakomini waren Chefinspektor Günther Ebenschweiger und Revierinspektor Roland Janko anwesend. Günther Ebenschweiger (Bild oben Mitte), der bis vor kurzem noch Leiter dieser Dienststelle war, betonte in seinem Beitrag, wie wichtig es ihm auch im aktiven Polizeidienst immer gewesen ist, das Augenmerk auf die Prävention von Kriminaldelikten durch Dialog und Austausch zu legen und nicht ausschließlich die Strafe als einzige Amtshandlungsmöglichkeit zu sehen. Im nunmehrigen „aktiven Ruhestand“ wird er sich seiner neuen Aufgabe als europaweit anerkannter Experte für Kriminalprävention verstärkt im Schulbereich dem Thema Gewalt widmen. Roland Janko (Bild unten rechts), auch er langjährig im Bezirk Jakomini tätig, berichtete von den unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen des subjektiven Sicherheitsgefühl des Einzelnen auf der einen Seite und der tatsächlichen Statistik objektiv begangener Straftaten auf der anderen Seite. Diese klaffen oft weit auseinander.

Mark Staskiewicz, Leiter des Wohnverbundes Messequartier – Lebenshilfe Soziale Dienste GmbH  und Obmann der Interessengemeinschaft Wohnanlage Messequartier, stellte das Messequartier vor, das mit mittlerweile annähernd 1.000 BewohnerInnen ein eigenes „Dorf“ im Bezirk sei. Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppierungen vom Studentenheim bis zum Wohnen im Alter sind hier auf engem Siedlungsraum vereinigt und bedürfen ein gemeinsames Engagement für ein gedeihliches Zusammenleben.  Anhand von zahlreichen Bildern dokumentierte er die verschiedensten Projekte der Interessengemeinschaft (vom jährlichen Sommerfest bis zum monatlichen Repair-Café) für ein aktives und respektvolles Miteinander unterschiedlicher Generationen im Messequartier.

Als Vertreter für die Generation „Fünfzig Plus“ berichteten Hans Gröbelbauer vom Seniorenbund Jakomini (Bild oben mit Mikrofon) als auch Ewald Resch vom Aktiven Lebensabend (Bild Mitte sitzend) über gemeinsame Aktivitäten und Angebote für SeniorInnen im Bezirk. An dieser Stelle kristallisierte sich vor allem eine besonders auffallende Parallelität in allen Aktivitäten für ein Mehr an Miteinander heraus: Viele Probleme sind ähnlich gelagert und als größte Herausforderung in urbanen Ballungsgebieten ist und bleibt, wie man den Kontakt zu seinen Mitmenschen im unmittelbaren Wohnumfeld aufbauen und pflegen kann. Denn genau diese Herausforderung ist und bleibt ein wichtiger Baustein für den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

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