2018.05.27: Jakomini zeichne(t) – Bezirksforschung mit Schulen

Im Jahr 2018 startete das Kultur- und Dialogprojekt „Café Jakomini“ mit dem Thema Bezirksforschung, welches sich im Bezirk Jakomini in Zusammenarbeit mit dem Graz Museum / Mag.a Sibylle Dienesch und dem Stadtarchiv Graz / Dr. Wolfram Dornik erstmals wissenschaftlich und systematisch auf diesem bis jetzt in der Grazer Stadtforschung unterrepräsentierten Gebiet auseinandersetzt. Parallel dazu wurde gemeinsam mit den Schulen im Bezirk Jakomini in Kooperation mit der Architekturvermittlerin Dipl.Ing. Maria Fanta Bezirksforschung aus Sicht von Kindern und Jugendlichen betrieben. 

Die Idee zum Konzept „Jakomini zeichne(t)“ ist aus Gesprächen von Maria Fanta mit dem Initiator des Projektes „Café Jakomini“, Klaus Strobl, entstanden.

Das Projekt wurde beim Wettbewerb für „RaumGestalten 2017/2018“ von einer Jury der Architekturstiftung Österreich ausgewählt: „Besonders überzeugt hat die Jury u.a. die Beteiligung von so vielen Schulen, die intensive Einbindung der SchülerInnen, der vielfältige Ansatz, das durchdachte Konzept, die Einbindung von modernen Medien und der Aspekt der öffentlichen Sichtbarkeit.“

Ablauf
Im Herbst 2017 erfolgte gemeinsam mit dem Bezirksvorsteher Klaus Strobl, die Kontaktaufnahme mit den Schulen des Bezirks. Der generelle Sinn und die Methoden der Architektur-und Baukulturvermittlung wurden an Hand der Lernplakate Baukulturkompass Nr. 1 „Forschende Flaneure“ und Nr. 5 „Logbuch Stadtexpedition“ an die SchulleiterInnen kommuniziert. Von den 14 Schulen haben sich 11 am Projekt beteiligt. Der grobe Zeitplan wurde konzipiert und alle Schulen wurden auf die KuBi Tage (Tage kultureller Bildung an Schulen) vom 23.-25. Mai 2018 aufmerksam gemacht. Die einzelnen Schritte des Projekts wurden über den Newsletter des Museums der Wahrnehmung laufend an eine größere Öffentlichkeit kommuniziert.

Projektstart 20. März 2018
Im Museum der Wahrnehmung MUWA fand im März ein Treffen zum gegenseitigen Kennenlernen von Teams, SchulleiterInnen und PädagogInnen statt. Die Projektleiterin stellte dabei das inhaltliche Konzept mit Zeitablauf vor. Gerrit Höfferer vom Bundeszentrum für schulische Kulturarbeit gab Infos zu den KuBi Tagen und motivierte mit einem flammenden Appell die PädagogInnen zum Mitmachen.

Dann ging es ans Tun: Austeilen der Handbücher „Jakomini zeichne(t)!“* und Auflösen des Bezirksquiz an Hand des großen Bezirksplans.
Mit dem Bezirksquiz wurde versucht markante Punkte im Bezirk wiederzuerkennen und räumlich auf der Bezirkskarte zuzuordnen, um den SchülerInnen die Entwicklung von Jakomini und die Geschichte dieser markanten Orte im Bezirk an die SchülerInnen zu vermitteln.

Startveranstaltungen in den Klassen

Von Mitte März bis Mitte April fanden in den beteiligten Klassen jeweils 1 bis 2-stündige Startveranstaltungen statt. Dafür wurden in Zusammenarbeit mit den betreuenden PädagogInnen für die unterschiedlichen Schulstufen und Schulformen – immer in Abstimmung mit eventuell vorhandenen Schulschwerpunkten – unterschiedliche Formate der Vermittlung entwickelt. Die Startveranstaltungen stellten als Einstieg den Kontakt zu den SchülerInnen her und sensibilisierten sie für bestimmte Orte und ihre Geschichte(n).

In Form eines Bezirksquiz mussten die Schüler anhand von Fotos diese markanten Punkte auf einer Bezirkskarte räumlich zuordnen. Durch das anschließende Aufsuchen und Zeichnen der Orte wurde dieses Wissen vertieft. Die SchülerInnen erhielten dazu ein Logbuch aus Karton, ca. 150 Stück wurden verteilt.  Räumlich sollten alle 6 Quartiere/Grätzel im Bezirk erkundet und die persönlichen Wahrnehmungen im Logbuch fotografisch, textuell oder zeichnerisch eingetragen werden.

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In den Volksschulen wurden durch das Team aufbereitete Puzzles und Lückentexte von Gebäuden und Orten gemeinsam mit den SchülerInnen in Gruppen bearbeitet. Anschließend wurden die “zusammengebauten“ und zusammengefügten Texte zusammen am großen Bezirksplan verortet. In einigen höheren Schulen wurde zuerst das Bezirksquiz gelöst und anschließend die Aufgaben im Handbuch durchgearbeitet.

Geführte Bezirksrundgänge

Von Mitte April bis Mitte Mai fanden in den Schulumgebungen 11 geführte Rundgänge mit einer Dauer von jeweils ca. 3 bis 4 Stunden statt. Mit dem neugierigen Blick eines forschenden Flaneurs sollten die Schülerinnen und Schüler wachsam und neugierig für ihre Schulumgebung gemacht werden.

Sechs unterschiedliche Formate bzw. Schwerpunkte haben sich im Projektverlauf schulübergreifend herauskristallisiert:

– PERSPEKTIVISCHES ZEICHNEN von Gebäuden
– GESICHTER UND GESCHICHTEN in den Fassaden:
Unterschiedliche Baustile in den Fassaden benennen und darstellen
– Projektentwicklung für einen AUDIOGUIDE :
Markante Orte in Jakomini auswählen, dazu recherchieren und mit Fotos und ergänzenden Sprechtexten als Tourismusinformation aufbereiten
– MIND MAPPING: Schulung der räumlichen Wahrnehmung während eines Rundganges und anschließende zeichnerische Darstellung aus der Erinnerung
– SCHÜLERZEITUNG mit Zeichnungen und Geschichten von den Rundgängen
– ZEITZEUGENGESPRÄCHE

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Durch Beobachten, zeichnen, fotografieren und beschrieben die Schülerinnen und Schüler ihre subjektiven Eindrücke ihrer Schulumgebung und erstellten so individuelle „Kopfkarten“ des Bezirkes Jakomini. Um ihre alltägliche Schulumgebung besser kennen zu lernen, verwenden die SchülerInnen ihr persönliches Logbuch und ihr Smartphone, trugen hier ihre Beobachtungen zur Schulumgebung schriftlich, zeichnerisch oder fotografisch ein und erstellten so ihre persönliche Bezirksgeschichten(n) im Projektzeitraum.

Flashmob und Präsentation der SchülerInnenarbeiten
Im zentralen Jakomini-Park gegenüber der Grazer Messe fanden sich am 25. Mai von 11-12 Uhr neun Klassen und rund 200 TeilnehmerInnen (SchülerInnen und Erwachsene) im Rahmen der KUBI-Tage der Kulturellen Bildung mit Regenschirm ein, um die Wörter „JAKOMINI ZEICHNE !“ zu formen.

jakominizeichnet_2018.05.25_flashmob

Bei der abschließenden Präsentation im MUWA um 16.00 Uhr wurden alle Plakate, Bezirkspläne, Logbücher, Folder und sonstige Zeichnungen ausgestellt.

SchülerInnen des Pestalozzigymnasiums, des BRG Petersgasse und der HAK Münzgraben stellten ihre Arbeiten vor.

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Das Filmteam um Alfons Bochmetz und Peter Leskoschek, die das gesamte Projekt filmisch begleiteten zeigte einen ersten Trailer über ihre Arbeit.

 

Projektbeteiligte
11 Schulen
GesamtschülerInnenanzahl: 202
(91SchülerInnen von Volksschulen und NMS, 111 SchülerInnen von AHS)
Alter: 9 bis 17 Jahre

BORG Monsberger, Direktion Mag. Johann Adam
7D Klasse mit Mag. Claudio Eustacchio
HAK Münzgraben, Medienhak Direktion Mag. Swen Engelsmann
Koordination Mag. Claudia Halsmayr, 3. Klasse HAK mit Mag. Klaus Groier
HAK Grazbachgasse, Direktion Mag. Evelyn Plienegger
Gruppe mit Mag. Lisa Konrad
NMS Bruckner, Direktion Dipl.Päd. Thomas Bader
2B Klasse mit Mag. Dagmar King und Andrea Röhm
BG Pestalozzi, Direktion Dr. Gunter Pachatz
5A und 5B Klasse mit MMag. Ingrid Holzinger
BRG Petersgasse, Direktion Mag. Josef Rumpf;
Zeichengruppe mit Mag. Rudolf Neuwirt und Mag. Georg Szyszkowitz
VS Brockmann, Direktion Dipl.Päd. Maria Rossegger
3a Klasse mit VOL Sigrun Lehofer
VS Schönau, Direktion Mag. Angela Kaltenböck-Luef
3a+3b Klasse mit Mag. Gerlinde Reinprecht
VS Neufeld, Direktion Dipl. Päd. Brigitte Eder
3b Klasse mit VOL Marina Daum
VS BIPS Krones, Direktion Dipl. Päd. Regina Pock
Zeichengruppe mit Mag. Florian Volgger
Projektschule Moserhofgasse, Direktion VOL Patricia Thaller
Zeitzeugen Familie Lang, Moserhofgasse

Teams:
Vermittlungsteam: DI Maria Fanta (Projektleiterin); Mag. Eva Fürstner – MUWA, Museum der Wahrnehmung; Klaus Strobl, MAS, MSc – Cafe Jakomini – Verein für Kultur, Dialog und Bezirksforschung; Klaus Daniel Resch; DI Manuela Schafler-Grabmair.

Filmteam: Peter Leskoschek, Alfons Bochmetz

Dank an Alle, die dieses Projekt ermöglicht haben und hier nicht namentlich erwähnt sind für die vielen ehrenamtlichen Stunden!

 

* Klaus Strobl, MAS/MSc: Handbuch Jakomini zeichne(t)!, © Cafe Jakomini – Verein für Kultur, Dialog und Bezirksforschung/Klaus Strobl Graz – Österreich, 2018

Download:
Dokumentation
RAUMgestalten-Projekte zur Architektur im Schuljahr 2017/2018

2 Antworten auf „2018.05.27: Jakomini zeichne(t) – Bezirksforschung mit Schulen“

  1. Ich heiße Marcelo, bin Europäer und arbeite in Brasilien. Ich ziehe bald nach Graz. Ich habe zwei Kinder: Felipe, 6 Jahre und Giovanna, 8 Jahre. Wir sind Italiener, aber meine Frau und ich machen uns Sorgen, dass unsere Kinder hier in Brasilien noch unterrichtet werden, wo die Sprache Portugiesisch ist. Wir würden gerne von Ihnen, Lehrern und Direktoren öffentlicher Schulen in Graz, hören; Ebenso ist der Prozess der Alphabetisierung und des Aufbaus der deutschen Struktur in den Schulen, damit sie sich an die deutsche Sprache anpassen und gemeinsam mit anderen Kollegen und Studenten Erfolg haben können. Vielen Dank für die Rückmeldung;


    MARCELO DALDEGAN
    00.55.37-988311596

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